Auf dem rechten Auge wachsam
Querdenken, extremer Verschwörungsglauben und rechte Ideologien machen nicht an den Toren der Bio-Branche halt. Bioland möchte es vermeiden, Menschen mit solchem Gedankengut als Mitglieder aufzunehmen und hat dazu im Frühjahr 2020 die Arbeitsgruppe rechte Tendenzen ins Leben gerufen. Gerald Wehde, Geschäftsleiter Agrarpolitik und Kommunikation, und Leonie Höber von der Bioland Beratung geben Einblicke in ihre Arbeit und appellieren an die Branche das Thema ernst zu nehmen.
Wandel in der Fleischindustrie: Die Branche sucht Orientierung
In der Fleischbranche ist eine Revolution im Gange. Bereits seit Jahren herrscht in der konventionellen wie ökologischen Fleischwirtschaft weitläufig der Konsens, dass im Sinne von Klimaschutz & Co. deutlich weniger Tiere gehalten werden müssen und weniger Fleisch und Wurst auf den Tellern landen sollte. Die Branche diskutiert nicht mehr ob, sondern vor allem wie der Umbau gestaltet werden kann und welche Stolpersteine es zu beachten gilt – so auch Ende Januar auf dem Frische Forum Fleisch.
Mehr wäre möglich gewesen: Umsatz mit Bio-Lebensmitteln 2021 gestiegen
Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln legte um knapp sechs Prozent zu: 15,87 Milliarden Euro gaben die Deutschen 2021 aus. Damit haben Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft einen Anteil von 6,8 Prozent am Gesamtmarkt – 0,4 Prozent mehr als 2020. Stärkeres Wachstum wäre bei Bio-Fleisch möglich gewesen, allerdings war die Nachfrage größer als das Angebot. Der konventionelle Lebensmittelhandel inklusive Discounter und Drogerien bauten ihren Bio-Marktanteil weiter aus, der Fachhandel musste hingegen Federn lassen.
Bioland-Präsident Plagge: Öko-Landbau ist Leitbild der Politik – „Jetzt müssen wir liefern“
Die Prinzipien des ökologischen Landbaus seien als Richtschnur in der Politik angekommen – und nicht nur in den Sonntagsreden. Dies machte Jan Plagge, Präsident der Internationalen Vereinigung der ökologischen Landbaubewegungen (IFOAM) und des Anbauverbands Bioland, auf einer Podiumsdiskussion anlässlich der Öko-Marketingtage Anfang Dezember deutlich. Jetzt hieße es, jahrelang Gefordertes zu realisieren. Allerdings sind Bio-Rohstoffe knapp und dennoch übe der Lebensmittelhandel weiterhin Preisdruck aus.
30 Prozent Bio bis 2030 – wie kann der Ausbau der Öko-Flächen gelingen?
In Deutschland werden 10,3 Prozent der 16,6 Millionen Hektar Ackerflächen ökologisch bewirtschaftet. Die alte Bundesregierung wollte den Anteil bis 2030 auf 20 Prozent verdoppeln – die neue möchte sie laut Koalitionsvertrag bis dahin sogar auf 30 Prozent aus heutiger Sicht verdreifachen. Ist das Ziel realistisch und welche Maßnahmen braucht es für den Erfolg? Das wollte „über bio“ von den Bio-Anbauverbänden und dem Branchenverband Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) wissen.
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