Schlagwort: Zweinutzungshuhn

Bio? Logisch!

Bruderhahn, Zweinutzungshuhn kurz und knackig

Zum Tag des Zweinutzungshuhns am 22. Januar hatte die gemeinnützige Ökologische Tierzucht gemeinsam mit Neuland nach Berlin geladen. Einen kurzen, knackigen und allgemeinverständlichen Vortrag zum Stand der Zucht von Zweinutzungsrassen gab Prof. Dr. Bernhard Hörning vom Fachgebiet Ökologische Tierhaltung an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Den Vortrag kann man bei „über bio“ komplett nachhören.

Bio? Logisch!

Muss Spuren vom Bruderhahn enthalten

Als die vier großen Anbauverbände und weite Teile der Bio-Lebensmittelbranche sich einigten, dass Bruderhähne der Legerassen aufgezogen werden müssen und die Geschlechtsbestimmung im Ei geschlossen ablehnten, war die Welt eine andere. In den ersten beiden Jahren der Corona-Pandemie schoss die Nachfrage nach hochwertigen und damit hochpreisigen Bio-Produkten schlagartig in die Höhe. Die Vorzeichen haben sich umgekehrt und die unwirtschaftliche und ökologisch fragwürdige Aufzucht der Bruderhähne hat sich vielerorts zu einem finanziellen Problem entwickelt. Wie das zu lösen ist, diskutierten Vertreter der Anbauverbände Bioland, Naturland, Demeter und Biokreis auf der Fachmesse BioSüd in Augsburg. In einem waren sie sich einig: Auf freiwilliger Basis kann es bei Verarbeitern und Handel nicht mehr weitergehen.

Bio? Logisch!

Der Bruderhahn soll bleiben – Bio-Fachhandel ist gefordert

„Es ist notwendig, trotz Krise weiter an einer zukunftsfähigen ökologischen Geflügelzucht und -haltung mitzuwirken, und insbesondere unter ethischen Gesichtspunkten die ökologische Nutztierhaltung weiter zu entwickeln“, mahnt die Brudertier Initiative Deutschland (BID) anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens in einem Positionspapier an. „Der Bruderhahn ist ein politisches Statement, dazu gedacht, den Weg für andere Strukturen in der Geflügelhaltung zu ebnen“, erklärt Demeter-Landwirt Carsten Bauck, Gründungsmitglied der BID, in der dazugehörigen Pressemitteilung.

Bio? Logisch!

Dann eben nur noch EU-Bio, zur Not halt konventionell

Die bei allen Anbauverbänden mit Ausnahme von Biopark verpflichtende Aufzucht der Bruderhähne ist für etliche Bio-Geflügelhalter finanziell herausfordernd. Die Kalkulation die unwirtschaftliche Mast – viel teures Bio-Futter für wenig Fleisch, welches im schlimmsten Fall niemand haben möchte – durch einen höheren Eierpreis zu subventionieren geht nicht mehr überall auf. Bevor die Kosten sie erdrücken, haben drei Biokreis-Betriebe ihre Mitgliedschaft gekündigt und machen im kommenden Jahr unter EU-Bio weiter. Ohne den Bruderhahn, denn der wird dann bereits als Embryo getötet.

Bio? Logisch!

Demeter: Quote für Zweinutzungshühner vorerst vom Tisch

Weil es der Markt nicht regelt, sollte auf der Delegiertenversammlung des Anbauverbands Demeter im nächsten April über eine feste Quote von 20 Prozent Zweinutzungshühnern und -hähnen abgestimmt werden. Bei Beschluss wäre Demeter der erste Anbauverband, der diesen Schritt gehen würde, um einen Ausweg aus der ökologisch fragwürdigen und unwirtschaftlichen Mast der Bruderhähne – diese verbrauchen zu viel Futter und liefern wenig Fleisch – weiter zu ebnen. Der entsprechende Antrag wird allerdings nicht gestellt. Carsten Bauck, einer von vier Sprechern der Facharbeitsgruppe Geflügel, ist enttäuscht und zieht persönliche Konsequenzen.