Kategorie: Meinung

Meinung

Mal eben nebenbei Huhn und Hahn austauschen

In Deutschland ist eine Revolution im Gange. Jahrzehntelange einseitige Tierzucht hatte der Landwirtschaft Legehennen beschert, die unter industriellen Bedingungen bis zu 320 Eier im Jahr produzieren. Doch deren männliche Tiere taugen nicht für die Mast und sind daher unter strengen wirtschaftlichen Gesichtspunkten von Geburt an so gut wie wertlos. Deshalb wurden in Deutschland jährlich etwa 45 Millionen Küken direkt nach dem Schlupf getötet. Ab nächstem Jahr ist das verboten. In der ökologischen Landwirtschaft gilt es, alle Bruderhähne aufzuziehen – pro Henne ein Hahn. Zudem besinnt man sich dort wieder auf Altbewährtes, welches allerdings wieder neu geschaffen werden muss: das Zweinutzungshuhn. Für alle Akteure ist das eine enorme Kraftanstrengung. Mal eben gilt es im laufenden Betrieb ein komplettes System umzubauen. Wie gut, dass die Bio-Branche faule Kompromisse ausgeschlagen hat und sich damit selbst enorm unter Druck setzt.

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Nach Schlachthof-Skandal: Biomanufaktur Havelland schweigt sich aus

Transparenz wird in der Bio-Branche gerne als besondere Qualität hervorgehoben. Doch auch Öko-Unternehmen mauern bei als unangenehm empfundenen Fragen gegenüber der Presse – wie der brandenburgische Fleischverarbeiter Biomanufaktur Havelland. Noch bevor der Skandal im mittlerweile geschlossenen Bio-Schlachthof Färber in Neuruppin Anfang des Jahres öffentlich bekannt wurde, beendete die Biomanufaktur die Kooperation: schnell und richtig gehandelt. Doch seit Monaten weicht das Unternehmen konkreten Fragen von „über bio“ aus. Ein Grund mehr, genauer hinzuschauen und eine verpasste Chance zu betrauern.