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Umweltzentrum Fulda will ab in die Mitte

Zukunftskonferenz nicht möglich, Hessentag abgesagt: Die Pandemie durchkreuzt immer wieder die Pläne des Umweltzentrums Fulda, den eigenen Transformationsprozess anzuschieben. Schon lange sollten Bürger auf breiter Ebene eingebunden sein, um zu klären, wie die Stadt Fulda die Agenda 2030 der Vereinten Nationen (UN) mit ihren 17 globalen Entwicklungszielen lokal umsetzen kann und welche Rolle dem Umweltzentrum dabei zukommt. Nun soll der „Ab in die Mitte!“-Wettbewerb 2021 des Landes Hessen neuen Schwung bringen.

Tafel im Eingangsbereich Umweltzentrum Fulda mit Bekenntnis zur Agenda 2030
Die neuen Ziele des Umweltzentrums Fulda – Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0

Innenstädte beleben und erfahrbar machen – das ist das Ziel des seit 2003 jährlich stattfindenden Wettbewerbs „Ab in die Mitte!“, der in diesem Jahr unter dem Motto „Für Momente, die zählen“ steht. In Kooperation mit dem Stadtmarketing möchte sich das Umweltzentrum gemeinsam mit weiteren Initiativen um Fördergeld bewerben. Insgesamt sind 160.000 Euro im Topf. Bis 14. Februar muss ein Konzept eingereicht sein. Die geförderten Vorhaben finden diesen Sommer unter freiem Himmel statt.

In Zeiten der Pandemie liegt bei den Fuldaern der Fokus definitiv nicht auf Großveranstaltungen, sondern vielmehr auf kleineren Aktionen mit dem Ziel des Vernetzens, um mit Bürgern in den Dialog zu kommen – verbindendes Element ist ökologische Nachhaltigkeit. „Gerne auf spielerische Art, damit die Gemeinsamkeit auch erlebbar ist, reine Informationsveranstaltungen kommen nicht infrage“, erklärt Lena Fockers, Mitarbeiterin des Umweltzentrums Fulda. Zusammen mit ihrer Kollegin Cindy Arndt koordiniert sie dessen Transformationsprozess. Interessierte Bürger und Initiativen können sich noch bis Anfang Februar unter umwaelzzentrum@mailbox.org mit Vorschlägen melden, die sie im besten Falle auch mitumsetzen möchten. Selbst nach Ablauf der Bewerbungsfrist sei man offen für weitere Ideen, die je nachdem wie passend sie sind und wie hoch das Fördergeld ausfällt – falls es gelingt die Jury zu überzeugen – in die Aktionen mit einfließen können.

„Für uns ist es eine gute Möglichkeit, um sichtbarer und präsenter in der Innenstadt zu werden. Da das Umweltzentrum in der Fulda-Aue doch gefühlt etwas abseits liegt, werden wir von einigen Menschen gar nicht wahrgenommen“, erklärt Fockers. Es soll aber nicht nur ums Umweltzentrum gehen, sondern das Vernetzen im Mittelpunkt stehen. Im besten Falle kommen Akteure zusammen, um das Stadtleben in Fulda ökologisch nachhaltiger zu gestalten. Inwieweit dadurch der Transformationsprozess des Umweltzentrums konkret profitieren kann, wird sich zeigen.

Voller Elan waren die Beteiligten beim Vorbereitungstreffen der mittlerweile abgesagten Zukunftskonferenz. – Archivbild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0

Dieser war in den letzten Monaten deutlich ins Stocken geraten. Zunächst sollten Fuldas Bürger im Herbst 2020 auf breiter Basis bei einer dreitägigen Zukunftskonferenz eingebunden werden. Doch die Pandemie machte dem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung. Später markierte der mittlerweile abgesagte Hessentag eine wichtige Ziellinie. Besonders Alexander Sust, einer der beiden Geschäftsführer des Umweltzentrums, hatte sich erhofft, durch die Großveranstaltung generierte öffentliche und landespolitische Aufmerksamkeit weitere überregionale Unterstützer gewinnen zu können.

Das Vorhaben drohte zusehends zu zerfasern, auch einigen der bis dato Beteiligten fehlte ein Ziel, worauf man gemeinsam hinarbeiten kann. Nun hoffen Fockers und Arndt durch den Wettbewerb wieder neuen Schwung zu gewinnen. „Wir sehen ihn als große Chance für den Beteiligungsprozess. Als Chance, in die Mitte der Stadt zu kommen und die heutigen Aufgaben für die Zukunft hier vor Ort sicht- und erlebbar zu machen und gemeinsam, in der ganzen Diversität Fuldas, anzupacken“, teilten beide in einem Rundschreiben mit.

Umweltzentrum Fulda und Initiativen hätten durchaus Chancen

Zusammen mit Bürgern und weiteren Initiativen hätte das Umweltzentrum Fulda durchaus gute Chancen, dank des Wettbewerbs an Fördergeld für ihre gemeinsamen Aktionen zu kommen. Jens Imorde, Geschäftsführer der IMORDE Projekt- & Kulturberatung GmbH, betreut den Wettbewerb seit Jahren. „Im Grunde bieten wir mit dem Fördergeld eine Art Risiko-Kapital für Initiativen, die etwas Neues versuchen und nicht immer den Mainstream bedienen. Den Mainstream brauchen wir definitiv nicht.“ Er selbst sitzt nicht in der unabhängigen Jury und hat daher kein Mitspracherecht, welche Vorhaben gewinnen und wie viel Geld sie erhalten.

Dennoch hat er über die Jahre ein Gespür dafür entwickelt, welche Ideen der Jury tendenziell besser gefallen. „Echten Impulsen Innenstädte nachhaltig zu beleben nutzt kein einmaliges Feuerwerk. Vielmehr sind Vorhaben interessant, die vor Ort in Eigenregie fortgeführt werden können – besonders Ideen, bei denen andere behaupten, die Akteure würden spinnen.“

Nachtrag 06.05.2021: Das Umweltzentrum Fulda zählt nicht zu den Preisträgern des diesjährigen Wettbewerbs.

Nachtrag 22.01.2021: Zwei Fehler sind nun im Beitrag korrigiert. Richtig ist Vereinte Nationen statt UNESCO und Stadtmarketing anstatt Citymarketing. Ich bitte die Fehler zu entschuldigen.

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