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Thomas Gutberlet, Geschäftsführer tegut
Bio? Logisch! Regionalkiste

Bio bei tegut: mehr günstig und mehr hohe Qualitäten

Hinter der Aussage Bio stecke generell in der Krise machte Thomas Gutberlet, Geschäftsführer des Lebensmitteleinzelhändlers tegut, ein großes Fragezeichen. Die Kundschaft ist sparsamer geworden und greift bei Bio vermehrt zur günstigeren Ware. Der Bio-Anteil ist bei tegut im vergangenen Jahr bei einem stabilen Gesamtumsatz von 1,25 Milliarden Euro um 2,1 Prozent auf 28,4 Prozent gesunken. Aber: „Wir verkaufen immer noch annähernd die gleiche Menge“, sagte Gutberlet in seinem Vortrag im Anschluss an die Mitgliederversammlung der Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel Anfang Oktober in Fulda. Um Kundschaft „Stück für Stück“ wieder von den Discountern zurückzugewinnen, baut tegut seine Bio-Preiseinstiegsmarke weiter aus und hält gleichzeitig nach hochwertigen Bio-Marken im höheren Preissegment Ausschau.

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Bio? Logisch!

Muss Spuren vom Bruderhahn enthalten

Als die vier großen Anbauverbände und weite Teile der Bio-Lebensmittelbranche sich einigten, dass Bruderhähne der Legerassen aufgezogen werden müssen und die Geschlechtsbestimmung im Ei geschlossen ablehnten, war die Welt eine andere. In den ersten beiden Jahren der Corona-Pandemie schoss die Nachfrage nach hochwertigen und damit hochpreisigen Bio-Produkten schlagartig in die Höhe. Die Vorzeichen haben sich umgekehrt und die unwirtschaftliche und ökologisch fragwürdige Aufzucht der Bruderhähne hat sich vielerorts zu einem finanziellen Problem entwickelt. Wie das zu lösen ist, diskutierten Vertreter der Anbauverbände Bioland, Naturland, Demeter und Biokreis auf der Fachmesse BioSüd in Augsburg. In einem waren sie sich einig: Auf freiwilliger Basis kann es bei Verarbeitern und Handel nicht mehr weitergehen.

Andreas Swoboda Robert Gross
Bio? Logisch!

„Wir machen kein Billig-Bio“

Bio zu günstigen Preisen auch in den konventionellen Lebensmitteleinzelhandel sowie in den Discount bringen (Menschen erreichen wo sie sind und auch für schmale Geldbeutel hochwertige Lebensmittel bieten), die ökologische Agrarwende vorantreiben (sichere und auskömmliche Einkünfte für Erzeuger, mehr Arten- und Sortenvielfalt) und die Logiken des konventionellen Handels durchbrechen (einseitiger Fokus auf Schnelldreher und Preisdruck) ist die Mission von Andreas Swoboda, Geschäftsführer der Bio-Großbäckerei Bio Breadness aus dem hessischen Fulda. Gleich auf mehreren Ebenen bohrt er dicke Bretter, denn: Bio ist zwar seit Jahren ein fester Bestandteil des Sortiments, aber was Bio im Kern bedeutet, hat noch nicht jeder Akteur bis zur letzten Konsequenz verstanden.

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Bio? Logisch!

Dann eben nur noch EU-Bio, zur Not halt konventionell

Die bei allen Anbauverbänden mit Ausnahme von Biopark verpflichtende Aufzucht der Bruderhähne ist für etliche Bio-Geflügelhalter finanziell herausfordernd. Die Kalkulation die unwirtschaftliche Mast – viel teures Bio-Futter für wenig Fleisch, welches im schlimmsten Fall niemand haben möchte – durch einen höheren Eierpreis zu subventionieren geht nicht mehr überall auf. Bevor die Kosten sie erdrücken, haben drei Biokreis-Betriebe ihre Mitgliedschaft gekündigt und machen im kommenden Jahr unter EU-Bio weiter. Ohne den Bruderhahn, denn der wird dann bereits als Embryo getötet.