Von welchem Boden möchten Sie essen?
Unter dem Motto „Gesunder Boden – gesunder Genuss“ lud die Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel vergangen Freitag zu ihrem Symposium nach Fulda. Es galt in die faszinierende Welt der Bodenlebewesen und Humusaufbau einzutauchen, aber auch den Finger in die Wunde zu legen. Sorgt Bio per se für gesunde Böden und kann man mit ökologischer Nachhaltigkeit im Lebensmittelhandel besonders punkten? Dies und mehr waren Themen der Podiumsdiskussion.
Gut für den Planeten, gut für uns
„Unser Ernährungssystem ist die größte Bedrohung für die Natur“, sagte Dr. Rolf Sommer, Fachbereichsleiter Landwirtschaft und Landnutzungswandel WWF Deutschland, anlässlich des diesjährigen Herbst-Symposiums der Interessengemeinschaft FÜR gesunde Lebensmittel in Fulda. Zu viel Getreide landet in Futtertrögen statt auf dem Teller, der Anteil an tierischen Produkten auf dem Speiseplan ist zu hoch. Dabei gälte es, bis 2050 zehn Milliarden Menschen gesund zu ernähren und dabei die planetaren Grenzen in Sachen Ressourcennutzung nicht weiter zu überschreiten. Das kann durchaus gelingen.
Entschuldigen Sie, sind diese Preise echt?
Nicht der Biohandel, sondern ausgerechnet der Discounter Penny führte im letzten Jahr in einer einmaligen Aktion der Kundschaft vor Augen, dass die Preise für Lebensmittel oft lügen. So wurden für ausgewählte Lebensmittel zusätzlich am Regal ein wahrer Preis angegeben, der auch Folgekosten für Umwelt- und Klimaschäden entlang der gesamten Wertschöpfungskette miteinbezog. Doch wie sieht ein fairer Preis aus, wie kann man gutes Wirtschaften belohnen und wie kennzeichnet man die so hergestellten Produkte? Diesem Thema widmete sich das diesjährige Herbstsymposium der Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel. Exklusiv bei „über bio“ gibt es eine Diskussionsrunde kostenfrei zum Nachhören.
IG FÜR zeichnete Thomas Gutberlet mit Ehrenbrief in Gold aus
Aufgrund der Pandemie konnte der geplante Festakt zwar nicht stattfinden, doch ganz auf die Preisverleihung wollte Georg Sedlmaier, Vorstandsvorsitzender der Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel (IG FÜR) nicht verzichten. So nahm gestern Thomas Gutberlet, Geschäftsführer tegut, im Fuldaer Tagungskloster Frauenberg den IG FÜR-Ehrenbrief in Gold entgegen.
Offizieller Auftrag der katholischen Kirche: Bewahrt diese Erde
„Macht Euch die Erde untertan“, ist wohl eines der größten Missverständnisse in der Geschichte der Menschheit – meint zumindest Papst Franziskus. Bereits 2015 mahnte er in seiner Enzyklika Laudato Si die ökologische Nachhaltigkeit auf allen Ebenen an, erteilte Technokratie und dem Wirtschaftsliberalismus eine klare Abfuhr. In seinem Vortrag gab Dr. Bernhard Ehler, Pfarrer der Pfarrei St. Lorenz in Kempten, einen Einblick in das umfassende Werk. Doch warum handelt die Kirche nicht selbst konsequent ökologisch? Den kompletten Vortrag und die anschließende Diskussion bietet „über bio“ zum kostenfreien Nachhören an.
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