Entschuldigen Sie, sind diese Preise echt?
Nicht der Biohandel, sondern ausgerechnet der Discounter Penny führte im letzten Jahr in einer einmaligen Aktion der Kundschaft vor Augen, dass die Preise für Lebensmittel oft lügen. So wurden für ausgewählte Lebensmittel zusätzlich am Regal ein wahrer Preis angegeben, der auch Folgekosten für Umwelt- und Klimaschäden entlang der gesamten Wertschöpfungskette miteinbezog. Doch wie sieht ein fairer Preis aus, wie kann man gutes Wirtschaften belohnen und wie kennzeichnet man die so hergestellten Produkte? Diesem Thema widmete sich das diesjährige Herbstsymposium der Interessengemeinschaft für gesunde Lebensmittel. Exklusiv bei „über bio“ gibt es eine Diskussionsrunde kostenfrei zum Nachhören.
BioSüd: sensationelle Neuprodukte und verpasste Chancen
nachhaltiger Verpackung freuen, ein Kleinunternehmen präsentierte eine echte Bio-Sensation für den europäischen Markt, Bier kann man nicht nur trinken und vieles mehr. Darüber hinaus bedauerte Gerlinde Wagner, Geschäftsführerin Die Biohennen AG, im persönlichen Gespräch den teilweise unflexiblen Naturkostfachhandel, der Chancen sein ökologisches Profil zu schärfen mitunter ungenutzt verstreichen lässt.
Nach Schlachthof-Skandal: Biomanufaktur Havelland schweigt sich aus
Transparenz wird in der Bio-Branche gerne als besondere Qualität hervorgehoben. Doch auch Öko-Unternehmen mauern bei als unangenehm empfundenen Fragen gegenüber der Presse – wie der brandenburgische Fleischverarbeiter Biomanufaktur Havelland. Noch bevor der Skandal im mittlerweile geschlossenen Bio-Schlachthof Färber in Neuruppin Anfang des Jahres öffentlich bekannt wurde, beendete die Biomanufaktur die Kooperation: schnell und richtig gehandelt. Doch seit Monaten weicht das Unternehmen konkreten Fragen von „über bio“ aus. Ein Grund mehr, genauer hinzuschauen und eine verpasste Chance zu betrauern.
Durchblick bei Kükentöten, Bruderhahn und Zweinutzungshuhn
Ab 1. Januar 2022 ist das Kükentöten in Deutschland verboten. Die Anbauverbände Bioland, Naturland und Demeter schreiben vor, alle Bruderhähne der Lege-Hybride ökologisch aufzuziehen, obwohl das mitunter unwirtschaftlich ist. Daher sind Zweinutzungshühner das langfristige Ziel. Mittels Geschlechtsbestimmung im Ei lassen sich männliche Embryonen frühzeitig erkennen – die dann samt Ei geschreddert werden: ein Weg der konventionellen Landwirtschaft für EU-Bio-Betriebe und seit April 2026 auch für Mitglieder des Anbauverbands Biokreis. Damit Konsumentinnen und Konsumenten stets den Durchblick behalten, hier alle wissenswerten Fakten und Hintergründe.
Diese Bio-Betriebe halten Zweinutzungshühner
Die Bio-Branche ist sich in weiten Teilen einig: Man möchte sich von den einseitig gezüchteten Hochleistungs-Hybriden verabschieden. Stattdessen sollen so flächendeckend wie möglich Zweinutzungshühner in der ökologischen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Auf welchen Bio-Höfen das schon heute geschieht, zeigt ein Blick in die interaktive Karte.
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