Schweine werden getreten, geworfen und mit Haken blutig geschlagen: Anfang 2021 spielte das Deutsche Tierschutzbüro (heute Aninova) der Presse heimlich gedrehtes Videomaterial aus dem mittlerweile geschlossenen bio-zertifizierten Schlachthof Färber im brandenburgischen Neuruppin zu und stellte Strafanzeige. Gegen sechs Beschuldigte ermittelte daraufhin die Staatsanwaltschaft. Vergangenen Montag mussten sich zwei ehemalige Mitarbeiter vor dem Amtsgericht Neuruppin verantworten.

Bild: Aninova
Beide haben gestanden, an zwei Tagen im August 2020 Schweinen aus Rohheit länger anhaltende erhebliche Schmerzen oder Leiden zugefügt zu haben und wurden zu Geldstrafen von 90 beziehungsweise 80 Tagessätzen verurteilt. Beide Verteidiger wie auch die Staatsanwaltschaft werden keine Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen, wie es auf jeweilige Nachfrage heißt. Sobald rechtskräftig, ist keiner der Verurteilten vorbestraft, dafür müssen über 90 Tagessätze verhängt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte ein höheres Strafmaß gefordert.
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Zu den Kunden des Schlachthofs gehörte die Biomanufaktur Havelland aus dem brandenburgischen Velten, ein Tochterunternehmen der Berliner Supermarktkette Bio Company. Sofort nach Bekanntwerden der damals noch mutmaßlichen Verstöße endete die Zusammenarbeit. Dennoch blieb einiges ungeklärt. So verkündete der Bio-Fleischverarbeiter unter anderem die Tierwohl-Anforderungen an seine Lieferanten erhöht zu haben, wollte aber diesbezüglich nicht ins Detail gehen. Keinerlei Presseanfragen wurden beantwortet. „Wir sind froh, dass das Deutsche Tierschutzbüro die Missstände in Neuruppin aufgedeckt hat“, sagte damals Manfred Kempter, Geschäftsführer der Färber-Gruppe.
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