Meinung

Green Food Cluster: Das könnte spannend werden

Kommentar

Wohl kaum ein Akteur würde ernsthaft bestreiten, dass sich die komplette Lebensmittelwirtschaft vom Erzeuger, über Verarbeiter bis hin zum Handel konsequent weiter ökologisieren muss. Das im hessischen Fulda beheimatete Green Food Cluster könnte hierbei zu einer interessanten Drehscheibe für Wissen und Innovationen werden und besonders durch das Vernetzen der aus unterschiedlichen Bereichen der Lebensmittelwirtschaft stammenden Mitglieder bisher ungenutzte Synergieeffekte freisetzen.

Viel zu oft sind konventionelle und ökologische Unternehmen in ihren jeweiligen Blasen unterwegs. Es wird zu viel übereinander statt miteinander gesprochen und teils weiter Gräben ausgehoben und alte Feindschaften gepflegt, anstatt gemeinsame ökologische Wege zu beschreiten.

Bernd Müller, Präsident, und Katharina Most, Managerin Green Food Cluster
Bei Managerin Katharina Most – hier mit Cluster-Präsident Bernd Müller – laufen die Fäden zusammen.
Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0

Im vierten Jahr seines Bestehens war der Wechsel im Management – welches nun in den Händen von Katharina Most liegt – nicht nur begrüßenswert, sondern für die nächsten Schritte sogar notwendig. Die junge Projektmanagerin, die an der Hochschule Fulda Oecotrophologie studiert hat, bringt den benötigten frischen Wind. Es gilt weniger dogmatisch vorzugehen, was in der Vergangenheit mitunter der Fall war und daher manches Mal abschreckend statt einladend wirken konnte.

Erste Erfolge gibt es zu verzeichnen: Nach der gemeinsamen Herbstaktion mit dem Lebensmitteleinzelhändler tegut – noch vorbereitet und anfänglich begleitet vom ehemaligen Cluster-Manager Armin Kullmann – sind Bio-Spirituosen der Brennerei Bold in den Filialen Bad Kissingen, Bad Neustadt und Bad Brückenau gelistet. Im neu eröffneten Konzeptkaufhaus Karl in Fuldas Innenstadt ist das Green Food Cluster ein großer und wichtiger Ankermieter. Hier gibt es ausgewählte konventionell und ökologisch erzeugte Lebensmittel der Mitglieder zu kaufen. Seit Juni steht dort ein Reifeschrank des Rhöner Biosphären-Schinken e. V., der Verein ist Neumitglied im Cluster. Wie auch Bernd Müller und Nicole Weider, ehrenamtlicher Cluster-Präsident und Vizepräsidentin. Ferner konnte Hedtrich GbR (Schlitzer Landei, konventionell), 2fresh (Bio-Saft), Green Aureus und Kullmanns BioRegio-Institut gewonnen werden. Die sechsmonatige Schnuppermitgliedschaften der Schlitzer Destillerie (konventionell und bio), der Brennerei Bold (konventionell und bio) und der Imkerei Ferdinand Keidel (konventionell) sind in reguläre übergegangen. Ausgetreten ist Triebwerk aus Witzenhausen, somit zählt das Cluster 27 Mitglieder.

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Die nächsten Schritte sind entscheidend. Ein gemeinsames Leitbild gilt es zu finden, denn noch ist die ökologische Ausrichtung zu unverbindlich formuliert: Es fehlen definierte Ziele. Last but lot least müssen in Hessen, Bayern und Thüringen weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewonnen werden, um Schlagkraft und Relevanz auszubauen. Das Cluster baut auf einem guten Fundament weiter auf – für die Lebensmittelwirtschaft könnte das durchaus spannend werden.

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