Bio machen, aber weniger darüber reden
Unter dem Motto „Bio neu denken – die Zukunft des Öko-Marketings“ trafen sich Entscheiderinnen und Entscheider der Bio-Lebensmittelbranche Mitte November zu den Öko-Marketingtagen in Kirchberg an der Jagst. Es gelte weiterhin das ökologische Wirtschaften voranzubringen, aber Bio und Nachhaltigkeit spielen in der Produkt-Kommunikation oftmals ganz bewusst nicht mehr die erste Geige.
Bio-Allianz: „Aus dem Klein-Klein herauszukommen ist ein Meilenstein“
„Wir waren wahnsinnig schnell unterwegs, innerhalb von sechs Monaten im deutschsprachigen Raum eine bisher nie dagewesene Kooperationsform zwischen den Verbänden zu haben“, erklärt Jan Plagge, Präsident Bioland. Sein Verband hat sich mit Bio Austria, Biokreis, Bioland Südtirol, Biolandwirtschaft Ennstal, Gäa und Demeter Österreich zur Bio-Allianz zusammengeschlossen. Ein weiterer Schritt ist mit der ersten Delegiertenversammlung absolviert.
Biokreis: Neu gegründeter Betriebsrat ist wieder Geschichte
Der Ende Mai gewählte Betriebsrat beim Anbauverband Biokreis bestand nur wenige Monate. Nachdem der Vorstand erfolgreich rechtliche Schritte eingeleitet hatte, wird es voraussichtlich keine weitere Wahl geben. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fürchten anscheinend Repressalien, sollten sie weiter auf einem Betriebsrat beharren. Biokreis betont sein rechtmäßiges Vorgehen.
Bio geht auch unfair
Die Endverbraucher gehen oftmals davon aus, dass in der Bio-Branche auch faire Löhne gezahlt werden. Jedoch: „In Bio ist nicht alles schön und schöner, als in anderen Bereichen. Da ist sicher einiges schief gelaufen“, sagte Thomas Börkey-Biermann, Geschäftsführer des Bio-Großhandels Ökoring, anlässlich einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wofür Bio steht: Faire Preise, faire Löhne“ auf der Fachmesse BioSüd Ende September. Schnell wurde klar: Auch in Teilen der ökologischen Landwirtschaft sorgt (Selbst-)Ausbeutung für billige Lebensmittel.
Regionaler Bio-Käse: Bürgermolkerei Weimar startet Crowdfunding-Kampagne
Mitten in der Stadt möchte die im Juli 2024 gegründete Genossenschaft Bürgermolkerei Weimar heimische Bio-Milch in Bio-Käse veredeln. Im ersten Halbjahr 2026 soll es soweit sein. Insgesamt werden 2,4 Millionen Euro investiert, der Ausbau der Produktionsräume im weimarer Quartier Alte Feuerwache an der Erfurter Straße ist im vollem Gange. Um den ersten Käsekessel nebst entsprechendem Zubehör zu finanzieren, startet die Bürgermolkerei Weimar nun ein Crowdfunding.
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