„Eine Rolle rückwärts, die sich gewaschen hat“
„Man soll das Unmögliche fordern, um das Mögliche zu erreichen“, sagte Ute Rönnebeck, geschäftsführende Vorständin Demeter im Westen, in einer Diskussionsrunde auf der Fachmesse BioWest am 7. April in Düsseldorf. Das Ziel der Bundesregierung 30 Prozent der Agrarflächen bis 2030 ökologisch zu bewirtschaften sei richtig, man habe aber Schwierigkeiten es rechtzeitig zu erreichen. Die größte Gefahr sei fehlender politischer Mut.
Biokreis öffnet sich dem konventionellen Handel und Discount
Mit einem denkbar knappen Ergebnis von 54 Prozent Ja-Stimmen gab es auf der vergangenen Samstag online stattgefundenen Mitgliederversammlung des Anbauverbands Biokreis grünes Licht für die strategische Zusammenarbeit mit dem konventionellen Lebensmitteleinzelhandel und Discount. Damit ist dort der Weg für Eigenmarken mit Biokreis-Siegel frei. Erst 2019 wurde dies qua Mitglieder-Votum ausgeschlossen. Zudem trat der Verband zum 1. März der Branchenvereinbarung bei.
Geeinte Öko-Jugend für stärkeren politischen Einfluss
Bestehende Jugendorganisationen von Öko-Verbänden haben auf der diesjährigen Biofach das Bündnis Junge ökologische Land- & Lebensmittelwirtschaft (JöLL) ins Leben gerufen, um ihre Positionen mit einer geeinten Stimme in die Politik zu tragen. Gefordert ist ein fester Platz an den Verhandlungstischen, um den Ernährungssektor nachhaltig mitzugestalten. Staatssekretärin Silvia Bender versprach bei der Gründungsveranstaltung, die Stimme der Öko-Jugend zu berücksichtigen.
Bio-Mengen stabil geblieben
Die deutschen Konsumenten gaben im vergangenen Jahr 16,08 Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel aus, ein Plus im Vergleich zu 2022 von fünf Prozent. „Das Wachstum beruht fast ausschließlich auf gestiegene Preise“, ordnete Diana Schaack, Analystin bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, auf der heutigen Bilanzpressekonferenz der Biofach ein. „Die verkauften Mengen sind ungefähr stabil geblieben.“ Der Ausbau der ökologischen Agrarfläche hinkt dem politischen Ziel von 30 Prozent bis 2030 weiterhin deutlich hinterher.
Von grünen und braunen Wurzeln
Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Antisemitismus, Fremdenhass und Verschwörungsideologien entgegenzutreten. Steht die ökologische Landwirtschaft deutlich überwiegend für Vielfalt, erinnerte Carla Wember vom Institut für Ländliche Strukturforschung in ihrem Workshop auf der Öko-Junglandwirte-Tagung vergangenen November an deren dunkle Seite. Rechtes Gedankengut ist auch historisch bedingt in Teilen an aktivem Klima- und Umweltschutz anschlussfähig.
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