Autor: Jens Brehl

Meinung

Nach Schlachthof-Skandal: Biomanufaktur Havelland schweigt sich aus

Transparenz wird in der Bio-Branche gerne als besondere Qualität hervorgehoben. Doch auch Öko-Unternehmen mauern bei als unangenehm empfundenen Fragen gegenüber der Presse – wie der brandenburgische Fleischverarbeiter Biomanufaktur Havelland. Noch bevor der Skandal im mittlerweile geschlossenen Bio-Schlachthof Färber in Neuruppin Anfang des Jahres öffentlich bekannt wurde, beendete die Biomanufaktur die Kooperation: schnell und richtig gehandelt. Doch seit Monaten weicht das Unternehmen konkreten Fragen von „über bio“ aus. Ein Grund mehr, genauer hinzuschauen und eine verpasste Chance zu betrauern.

Hintergrund

Durchblick bei Kükentöten, Bruderhahn und Zweinutzungshuhn

Ab 1. Januar 2022 ist das Kükentöten in Deutschland verboten. Dann müssen in der ökologischen Landwirtschaft alle Bruderhähne der Lege-Hybride aufgezogen werden, obwohl das unwirtschaftlich ist. Daher sind Zweinutzungshühner das langfristige Ziel. Mittels Geschlechtsbestimmung im Ei lassen sich männliche Embryonen frühzeitig erkennen – die dann samt Ei geschreddert werden: ein Weg der konventionellen Landwirtschaft. Damit Konsument*Innen stets den Durchblick behalten, hier alle wissenswerten Fakten und Hintergründe.

Bio? Logisch!

„Am liebsten würde ich nur noch Zweinutzungshühner halten“

Weg von Hochleistungs-Hybriden und hin zu Zweinutzungshühnern: Die sollen laut den Anbauverbänden Bioland, Naturland, Demeter und Biokreis so bald wie möglich wieder flächendeckend in der ökologischen Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Fabian Häde, einer von drei Geschäftsführern des Mustergeflügelhofs Leonhard Häde, würde lieber heute als morgen den Betrieb komplett umstellen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Dabei hatte sein Großvater bereits vor siebzig Jahren die Lösung.