Helfende Hände für ökologische Ideen gesucht
Mehr als die Hälfte – 58,1 Prozent – der Lebensmittelhersteller ist durch den Mangel an Fachkräften beschränkt, wie das ifo Institut vermeldete. Die Bio-Branche bildet dabei keine Ausnahme und ringt ebenso um Mitarbeitende. Teils sind die Gehälter (deutlich) geringer als bei ähnlichen oder gleichen Tätigkeiten in anderen Branchen. Dann gilt es, den ökologischen Sinn in den Vordergrund zu rücken, um zu überzeugen. Aber interessiert das die Belegschaft im Lager oder am Fließband überhaupt? Diese und weiteren Fragen stellten sich Geschäftsführer dreier Bio-Hersteller in einer Diskussionsrunde anlässlich der Jubiläumsfeier 30 Jahre Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller in Fulda.
Bio alleine rettet nicht die Welt
Gibt die Bio-Branche tatsächlich Antworten auf drängende Probleme wie Artensterben und Klimawandel? Zuletzt geriet Bio mehrfach in Kritik. Im Interview spricht Dr. Alexander Beck, geschäftsführender Vorstand der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller, Erfolge sowie Schwachstellen an und warnt vor zu großer Marktkonzentration. Für eine vollständige ökologische Transformation sei zudem das Produzieren von Bio-Lebensmitteln erst der Anfang.
Essen zwischen Genuss und Zweiklassengesellschaft
Größer könnten die Spannungsfelder kaum sein. Während wir in Deutschland im Überfluss leben und uns sogar den „Luxus“ erlauben rund ein Drittel unserer Lebensmittel als Abfall zu entsorgen, hungern weltweit 800 Millionen Menschen. Bio-Hersteller und Öko-Landwirte sollen wirtschaftlich arbeiten und nebenbei die Umweltprobleme lösen. Kunden sollen im hektischen Alltag tief greifende Gedanken über eine gesunde Ernährung machen, während ihnen nahezu im Wochentakt neue Trends und so genannte „Superfoods“ mit Marketing-Trommelfeuer um die Ohren gehauen werden. Die Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) lud unter dem Motto „Wie essen wir morgen?“ gestern gemeinsam mit Slow Food Deutschland und Anbauverband Demeter Vertreter der Bio-Branche ins Morgensternhaus nach Fulda, um diese und weitere Spannungsfelder zu beackern.
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