Bio? Logisch!

Plastik nur noch ausnahmsweise

Ende dieses Jahres sollte mit Endverpackungsmaterial aus Plastik bei frischem Obst und Gemüse Schluss sein. Das hatte der Anbauverband Demeter Mitte April 2019 beschlossen und in seinen Richtlinien ein entsprechendes Verbot mit einer zweijährigen Übergangsfrist verankert. Bis auf wenige Ausnahmen ist das Ziel erreicht, wobei ausgerechnet eine anfangs vielversprechende Alternative endgültig vom Tisch ist.

Bio-Tomaten in Pappschachtel ohne Plastik
Es geht auch ohne Plastik.
Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0

„Wir haben den Entschluss sehr idealistisch verabschiedet – auch um den Druck zu erhöhen, dass der Lebensmitteleinzelhandel innovativer wird. Viele Akteure möchten auf Plastikverpackungen verzichten, das ist kein reines Demeter-Thema“, sagt Antje Kölling, Abteilungsleiterin Politische Arbeit beim Anbauverband Demeter. „Wir begreifen es als Chance, zu einem Kulturwandel für Bio beizutragen, der überfällig ist“, erklärte Vorstand Alexander Gerber in der damaligen Pressemitteilung.

Demeter verbietet „Bio-Plastik“

Doch in der Praxis konnte nicht für alle Produkte eine tragfähige Alternative gefunden werden, die Sicherheit und Frische der Lebensmittel garantiert. Daher wird für Beerenobst, Karotten, Blattsalate, Cocktail- und Kirschtomaten aus biologisch-dynamischen Anbau eine zweijährige Ausnahmeregelung gelten und damit vorerst weiterhin Plastik eingesetzt werden. „Wir lehnen uns aber nicht zurück“, stellt Kölling klar.

Anfangs hoffte der Anbauverband auf aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte Verpackungs-Alternativen setzen zu können. Doch ab Anfang 2021 verbietet Demeter das sogenannte „Bio-Plastik“ in seinen Richtlinien endgültig. In den meisten kommunalen Kompostierungsanlagen würde es nicht verrotten, weil es dafür höhere Temperaturen benötigt. Zudem wird es häufig aus dem Biomüll aussortiert, weil es sich optisch nicht von Kunststoff unterscheidet und dann mitunter anschließend verbrannt. Demnach sind die Stoffkreisläufe nicht geschlossen, was immerhin das oberste Ziel in der ökologischen Landwirtschaft ist.

Auch die Kundschaft müsse umdenken, worauf Kölling hinweist. Aus Bequemlichkeit und – gerade während der Pandemie – höherem Hygienebedürfnis, sei in Plastik verpacktes Obst und Gemüse vielerorts immer noch beliebt. Selbst, wenn es teurer als lose Ware angeboten würde. Derweil verbietet Frankreich ab kommendem Jahr Plastikverpackungen bei bestimmten Obst- und Gemüsesorten, wie Zeit Online berichtet.

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