Nach der diesjährigen Premiere steht fest: Die BioOst wird auch 2027 an zwei Tagen in Leipzig stattfinden, und für Endverbraucher zugänglich sein. Damit sollen neue und junge Zielgruppen für Bio begeistert werden. Nach vereinzelter Kritik von Ausstellern und Fachbesuchern wurde am Konzept gefeilt, zudem soll noch mehr Erlebnis-Charakter auf die Fläche gebracht werden.

Bild: Bernd Rottmann/BioMessen – aufgenommen auf der BioNord 2025
Die einstige Fachmesse BioOst bot diesen April ein ungewohntes Bild. So schlenderten neben den gewohnten Fachbesuchern durchaus auch junge Familien mit Kinder- und Bollerwagen durch die Messehalle. Erstmals fand die BioOst an zwei Tagen offen für alle statt. Das neue Konzept lockte insgesamt 3.930 Menschen an, davon 1.710 Fachpublikum und 2.220 Endverbraucher. Damit ist eine Trendwende in Sachen seit Jahren sinkenden Besucherzahlen der BioOst geschafft, denn 2025 zog es lediglich 1.732 Fachbesucher nach Leipzig. „Der Aufschlag hat hervorragend funktioniert und die Stimmung auf der Messe war sehr gut“, sagt Wolfram Müller, der gemeinsam mit Matthias Deppe die Messen BioNord, BioSüd, BioOst und BioWest veranstaltet.
So wird die BioOst 2027
An den Erfolg wollen die beiden Messeveranstalter anknüpfen: Die BioOst wird kommendes Jahr am Wochenende 3. und 4. April stattfinden und ebenfalls für Endverbraucher zugänglich sein. Auf Wunsch können die Aussteller wieder ihre Produkte zum Verkauf anbieten, im April konnten sich Endverbraucher teilweise über attraktive Messe-Rabatte freuen. Neben Zuspruch die ehemalige Fachmesse für alle zu öffnen, gab es auch vereinzelte Kritik von Bio-Fachhändlern und Ausstellern. Bemängelt wurde insbesondere, dass an beiden Messetagen die Besuchergruppen Fachbesucher und Endverbraucher vermischt wurden. Einen reinen Fachbesuchertag wird es definitiv nicht geben, erklärt Müller. Aber: „Wir sind die Kritikpunkte angegangen und haben sie im Rahmen des Konzeptes gelöst.“
Für den exklusiven Zugang von Fachbesuchern sind spezielle Zeiten reserviert: Am Samstag ab 17:00 Uhr mit anschließendem Get-Together und am Sonntag von 9:00 Uhr bis 11:00 Uhr. An beiden Tagen steht eine Lounge für persönliche Gespräche bereit, zu der ebenfalls ausschließlich Fachbesucher und Aussteller Zutritt haben. Optional können Aussteller dort einen festen Tisch mieten. Zudem wird es die seit Jahren gewohnte Podiumsdiskussion geben, die sich einem aktuellen Thema widmet, welches vor allem die Akteure der Bio-Branche beschäftigt.
Die BioOst soll darüber hinaus mehr Erlebnis-Charakter bieten, das noch nicht im Detail ausgearbeitete Programm sich daher deutlicher an den Interessen der Endverbraucher ausrichten. Denkbar seien wieder Koch- und Back-Shows mit Influencern in Kooperation mit ausgewählten Bio-Herstellern. Zusätzlich könne man eventuell das gastronomische Angebot ausbauen. Es sei das ausdrückliche Ziel, durch den persönlichen und direkten Austausch neue begeisterte Bio-Konsumenten zu gewinnen. Auch nächstes Jahr können örtliche Bio-Fachhändler ihren Kunden wieder Gutscheine für einen Messebesuch schenken.
„Seit 15 Jahren wünsche ich mir, dass wir Endverbraucher zulassen. Gemeinsam mit den Ausstellern erschaffen wir mit sehr viel Arbeit in einer komplett leeren Halle eine wundervolle und warme Atmosphäre – und nach sieben Stunden Messe bauen wir wieder alles ab und lassen dann auch mit den Endverbrauchern einen elementaren Teil der Wirtschaftskette links liegen“, so Müller. Zumindest auf der BioOst in Leipzig ist der Schritt zu einem erweiterten Messeformat vollzogen.
Die BioNord in Hamburg, die BioSüd in Augsburg und die BioWest in Düsseldorf finden weiterhin wie gewohnt eintägig und als reine Fachmessen statt. Frühestens 2028 könne man festlegen, ob man sich bei weiteren Standorten ebenfalls für Endverbraucher öffnet. Entscheidend dafür sind die Wünsche der Aussteller, die regelmäßig abgefragt werden. „Wir sind deren Dienstleister und betreiben die Messen nicht als Selbstzweck“, betont Müller.
Gute Entscheidung! Geht es an anderen Standorten vor 2028 nicht wegen laufender Verträge? Oder haben die Ausstellenden dort andere Wünsche als im Osten?
Jeder Standort ist anders, daher lässt sich das Konzept wohl nicht einfach 1 : 1 überall ausrollen, und das neue Format muss sich zunächst einmal etablieren. Die BioSüd ist beispielsweise traditionell besser besucht als die BioOst. Letztere war mit einem Rückgang an Ausstellern und Besuchern konfrontiert. Daher der neue Ansatz mit Hoffnung auf eine Trendwende. Und ja, entscheidend sind die Wünsche der Aussteller.