Artensterben: Ausweg ökologische Landwirtschaft
Todesschreie waren nicht zu hören, es wurde einfach still. Klimawandel ist ein großer Thema, der der Rückgang der Artenvielfalt steht oft weniger im Fokus. Dabei sind die Populationen von Wildtieren und Insekten besorgniserregend geschrumpft, wie Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA im Europaparlament, in seinem Vortrag am 4. Oktober im Umweltzentrum Fulda erklärte. Die industrielle Landwirtschaft sorgt zwar für ertragreiche Ernten, aber der Preis ist extrem hoch – Ausweg: ökologisch Wirtschaften. Den kompletten Vortrag kann man bei „Brehl backt!“ kostenfrei nachhören.
„EU-Bio reicht uns nicht“
Über 180 Eigenmarken führt der Lebensmittelhändler tegut in Bio-Qualität und setzt dabei ausschließlich auf Verbandsware. Die Kriterien für das ökologische Wirtschaften sind bei Bioland, Naturland und besonders Demeter deutlich höher als beim EU-Bio-Siegel. Während der Drogist dm Alnatura-Produkte mit seiner Eigenmarke aus den Verkaufsregalen verdrängt hat, bekräftigte Thomas Gutberlet, Geschäftsführer von tegut, die weitere Zusammenarbeit.
„Wir müssen aus der Sackgasse raus“
Alltag in der Landwirtschaft: Hochleistungskühe, die pro Jahr 10.000 Liter Milch und mehr geben, halten dies nur wenige Jahre durch. Säue bringen mehr Ferkel zur Welt, als sie ernähren können – ein Teil des Nachwuchses stirbt. Kälber von für die schnelle Mast gezüchtete Rinder sind teilweise so groß, dass sie mit Kaiserschnitt geboren werden müssen. Auch Masthähnchen setzen zu schnell zu viel Fleisch an, so dass sie sich kaum bewegen können. „Die heutigen Wirtschaftsrassen sind vollkommen überzüchtet. Wir befinden uns in einer Sackgasse“, sagt Landwirt Andreas Böhm. Gemeinsam mit seiner Frau Iryna hält er auf dem Archehof in Eichenzell-Kerzell vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen.
Vogelsberger Landbrauereien nehmen Emmerbier aus dem Sortiment
Das letzte Emmerbier in Bio-Qualität hat den Hof verlassen und es wird kein neues mehr gebraut. Schweren Herzens nehmen die Vogelsberger Landbrauereien die Bierspezialität aus dem Sortiment. Die Nachfrage war zuletzt zurückgegangen, der Todesstoß kam laut Geschäftsführerin Ruth-Herget Klesper seitens des Bio-Lebensmittelhändlers Dennree. Dort hatte man das Emmerbier aus dem Angebot genommen.
Plastikfrei und Spaß dabei
Knapp sechs Millionen Tonnen Plastikmüll fallen in Deutschland jährlich an, wobei Verpackungen einen großen Anteil haben. Tendenz steigend. Anneliese Bunk, Autorin von „Besser leben ohne Plastik“, gab im Vortrag praktische Tipps, den Alltag von Kunststoff zu befreien.
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