Die Vogelsberger Landbrauereien haben ihre 2006 eingeführte Bio-Bier-Marke Vogelsberger Naturburschen vom Markt genommen. Mit dem Ende des Lebensmittelhändlers tegut ist der wichtigste Vertriebskanal weggebrochen. „Wir bedauern diesen Schritt und das Aus von tegut sehr“, sagt Ruth Herget-Klesper, Geschäftsführerin Vogelsberger Landbrauereien.

Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0
Für die Messe Öko-Agrar in Schotten braute die Alsfelder Brauerei – die seit 2015 zu den Vogelsberger Landbrauereien gehört – bereits 1995 das erste Bio-Bier. Unter der Marke Vogelsberger Naturburschen kam es schließlich 2006 auf den Markt. Nun hat es sich aus dem Portfolio verabschiedet, vor gut drei Wochen wurde zum letzten Mal die Sorte Alkoholfrei in der hellen Variante abgefüllt.
Ohne tegut ergeben Vogelsberger Naturburschen keinen Sinn
Das Bio-Segment war über all die Jahre ein zartes Pflänzchen oder anders ausgedrückt ein echtes Herzensprojekt im Hause Vogelsberger Landbrauereien. Spezialitäten wie Porter, Bock, Dinkel- und Emmerbier konnten sich am Markt nicht dauerhaft etablieren, vom Start-Sortiment behaupteten sich lediglich Pils und Radler bis zum Schluss. Die neu hinzugestoßene Sorte Helles musste im Herbst 2024 die Segel streichen.
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Ein Aufschwung kam Anfang 2017 mit dem alkoholfreien Bio-Bier, welches sich bis zuletzt am besten verkaufte – auch weil es zusätzlich in der Gastronomie Einzug hielt. Vergangenes Frühjahr kam die dunkle alkoholfreie Variante hinzu, welches seitdem den zweiten Platz für sich beanspruchte. „Diese Chance muss man den Vogelsberger Naturburschen nochmal geben“, sagte damals Herget-Klesper.
Die Bio-Biere waren als Sixpack im regionalen Getränkehandel, wie auch in einzelnen Rewe- und Edeka-Märkten erhältlich, der wichtigste Vertriebskanal war allerdings seit jeher tegut. „Ohne tegut sind auch die Vogelsberger Naturburschen hinfällig, die dortigen Mengen benötigen wir als Grundabsatz, ohne die die Bio-Marke keinen Sinn ergibt“, ordnete Herget-Klesper die Vertriebssituation im April 2025 ein.
Der tegut-Eigentümer Migros hatte diesen März angekündigt, tegut verkaufen und die Marke aufgeben zu wollen. Das Bundeskartellamt hat dem Edeka-Verbund die Übernahme von 178 Filialen genehmigt, 38 gehen an Rewe und 36 an die Smart-Store-Kette Tante Enso. Gegen die genehmigte Übernahme von Münchner Filialen durch Edeka klagt der Bio-Fachhändler Vollcorner.
Schade, wieder wird die Auswahl an Bio-Bier etwas kleiner! Gibt’s eigentlich neben der Bio-Bier-Karte auch eine Bio-Bier-Statistik?
Falls eine Statistik gemeint ist, wie viel Bio-Bier in Deutschland gebraut wird, muss ich enttäuschen: Hierzu gibt es keine offiziellen Zahlen.