Bio? Logisch!

Junges Bioland ist gemeinnützig

Seitdem das Junge Bioland 2013 als eigenständiger Verein mit viel Freiraum seitens des Anbauverbands Bioland ins Leben gerufen wurde, standen gemeinnützige Ziele im Fokus: Jugendbildung, Umweltschutz, Wissensvermittlung rund um den organisch-biologischen Anbau und mehr. Nun ist es offiziell: Junges Bioland ist gemeinnützig anerkannt. Zudem soll eine aktualisierte Vorstandsstruktur mehr Beteiligung ermöglichen.

Drei junge Landwirte, Symbolbild Junges Bioland
Bild: Junges Bioland e.V.

Es hat sich auszahlt, sich gut vorzubereiten und frühzeitig in den Dialog mit dem zuständigen Vereinsregister und Finanzamt zu gehen. „Wir haben uns im vergangenen Jahr sehr viel Zeit dafür genommen, das kann man zusätzlich zum Tagesgeschäft nicht mal einfach nebenbei machen“, erklärt Christian Gadenne, Geschäftsführer Junges Bioland. Bereits am 5. Dezember vergangenen Jahres bestätigte das Finanzamt schließlich die Gemeinnützigkeit.

Zuvor wurden dafür auf der Mitgliederversammlung am 11. Oktober im bayerischen Nordheim am Main die letzten Weichen gestellt. In der Satzung sind seitdem die gemeinnützigen Ziele Förderung der Jugendbildung, der politischen Meinungsbildung im Bereich der Agrar- und Ernährungspolitik, des Umwelt- und Naturschutzes sowie einer nachhaltigen Agrar -und Ernährungspolitik fest verankert. Das sind allesamt Ziele, die der Verein schon seit jeher in der DNA und gelebt hatte.

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„Das Junge Bioland hat sich schon immer gemeinnützig verstanden.“ Dieses Selbstbild sei in der aktuellen Satzung nun für alle deutlich sichtbar herausgestellt. „Wir sind im Bereich Jugend- und Agrarpolitik nicht nur im Sinne von Bioland aktiv, sondern auch gemeinsam mit anderen Akteuren der Bio-Branche und im Grunde für alle Junglandwirtinnen und Junglandwirte“, hebt der Geschäftsführer hervor.

Vom Papier in die Praxis

„Die eigentliche Arbeit folgt jetzt auf Basis dieser Satzung“, so Gadenne. Bereits 2020 wurde dort festgehalten, dass der Verein nicht gewinnorientiert wirtschaftet, was für die Förderung über die Jugendringe oder im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau wichtig ist. Für viele Stiftungen ist jedoch die Gemeinnützigkeit ein entscheidendes Kriterium, um Projekte zu unterstützen. Gadenne macht im Gespräch klar, dass man diesbezüglich ganz am Anfang steht und zunächst die formale Basis geschaffen hat.

Auch das neue Gremium gilt es zu beleben: Der bisherige Vorstand ist nun der geschäftsführende Vorstand – die entsprechenden Aufgaben hatte er zuvor bereits ausgefüllt. Die bestehenden Landesgruppen sind wurden zu Organen erhoben, deren Vertreter im neu geschaffenen erweiterten Vorstand eingebunden sind. „Davon erhoffen wir uns, Entscheidungen über die gesamte Ausrichtung des Jungen Biolands auf mehr Schultern zu verteilen und mehr Menschen einzuladen mitzugestalten.“

Im gleichen Atemzug wurde die Amtszeit des geschäftsführenden Vorstands wieder von drei auf zwei Jahre verkürzt, um die entsprechenden Posten attraktiver zu gestalten. „Junge Menschen für ein Ehrenamt zu begeistern ist herausfordernd.“ In deren Leben kann sich in kurzer Zeit viel ändern: die Verpflichtungen im Betrieb nehmen zu, ein weiteres Studium wird begonnen oder die eigene Familie wird gegründet.

Über Langeweile kann sich das Junge Bioland, welches auch Stimmrecht in den zwei wichtigsten Entscheidungsgremien Bundesdelegiertenversammlung und Hauptausschuss von Bioland ausübt, nicht beklagen. „Eine Plattform für Nachwuchskräfte zu sein, bleibt unsere wichtigste Aufgabe: junge Menschen in ein Netzwerk einzubinden und ihnen Wege für den Austausch und mehr zu schaffen. Das machen wir mit Leidenschaft und werden darin noch besser, weitere Formate verfügbar zu machen.“

Mittlerweile sei die politische Interessenvertretung viel stärker gefragt. „Was in den vergangenen zwei Jahren auf uns zukam war mehr, als wir erwartet haben.“ Ob Brüssel oder Berlin: Politische Vertreterinnen und Vertreter suchen regelmäßig gezielt den Austausch mit jungen Stimmen, zudem gilt es Positionspapiere und Stellungnahmen rund um die Agrar- und Ernährungspolitik zu liefern.

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