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Hunfelt Braeu kann nun auch Bio-Limonade

Die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken hat die junge Bio-Brauerei Hunfelt Braeu aus dem hessischen Burghaun mit Limonaden beantwortet. Da Orange jeder könne, stehen besondere Geschmacksrichtungen im Fokus. Bis zum ersten alkoholfreien Bio-Bier wird es allerdings noch etwas dauern – ein Ortsbesuch.

Sebastian Gärtner, Christian Kiel und Dominik Mauler von Hunfelt Bräu
Freuen sich über die neuen Bio-Limonaden: v.l. Sebastian Gärtner, Christian Kiel und Dominik Mauler.
Bild: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0

Für viele deutsche Bio-Brauereien ist das alkoholfreie Segment längst keine Nische mehr, vielmehr trägt es immer maßgeblicher zum Umsatz bei. Alkoholfreies Bio-Bier steht bei der 2020 gestarteten Hunfelt Braeu zwar auf der Agenda, aber: „In unserer Größenordnung ist es technisch schwierig, da wir eine Anlage zum Pasteurisieren bräuchten. Daher können wir frühestens im kommenden Jahr entsprechende Sorten anbieten“, sagt Sebastian Gärtner. Gemeinsam mit Dominik Mauler und Christian Kiel hatte er Hunfelt Braeu aus der Taufe gehoben.

Bio-Limonaden lagen deutlich näher, um schnell mit alkoholfreien Getränken starten zu können. Zumal die Bio-Sirup-Manufaktur Sugar Moon Sweets aus dem rund 30 Kilometer entfernten Hattenhof mit ihrer Produktvielfalt entscheidende Impulse lieferte. Offiziell sind die beiden Bio-Limonaden Kraut & Heiter (Kräuter) und Lila & Laune (Lavendel) seit diesem Februar erhältlich. Bereits auf dem Hunfelt-Bierfest vergangenen August gab es die Limonaden frisch gezapft vom Fass, auch einzelne Kunden wie das Bio-Hotel Lindengut in Dipperz konnten sie ihren durstigen Gästen schon etwas früher anbieten. Nach und nach sind sie auch im regionalen Lebensmittelhandel und Getränkemärkten zu finden. Eine dritte Sorte soll im Frühsommer dazustoßen, außer der Farbe Knallrot darf an dieser Stelle noch nichts verraten werden.

beenhere

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Aber auch beim Bio-Bier wird es in diesem Jahr zwei Neuzugänge geben. Ein untergäriges Dunkles und das Pale Ale kehrt wieder zurück. Bei letzterem sorgt der Hopfen Comet maßgeblich für den fruchtigen Geschmack, allerdings war er in Bio-Qualität nicht verfügbar. Das wird sich in Kooperation mit der Gruppe Bio Hopfen aus dem baden-württembergischen Tettnang ändern, welche nach den Richtlinien von Bioland und Naturland zertifiziert ist und Comet wieder anbaut. Bislang konnten nur Kleinstmengen geerntet werden, die zwar ökologisch erzeugt waren, aber nur aufgrund der geringen Menge bei einem nicht bio-zertifizierten Unternehmen verarbeitet werden konnten. Daher fehlt beim Hunfelter Pale Ale zunächst das Bio-Logo. Ganz gezielt wollen die Brauer aus Burghaun die Comet-Nachfrage unterstützen, indem sie ihn so früh wie möglich einsetzen. Mit der kommenden Hopfenernte im August erwartet die Gruppe Bio Hopfen höhere Erträge, so dass diese wieder bei einem zertifizierten Bio-Unternehmen verarbeitet werden. Dann wird auch das das Bio-Logo auf der Pale Ale-Flasche seinen Platz haben. „Wir freuen uns, wenn Brauerinnen und Brauer mit einer gewissen Leidenschaft hinter speziellen Hopfensorten stehen, die wir dann sehr gerne anbauen“, sagt Lukas Locher, Geschäftsführer Gruppe Bio Hopfen.

Hunfelt Braeu: Bio von Anfang an

Als die drei Bierfreunde Gärtner, Mauler und Kiel 2020 mit Hunfelt Braeu endgültig durchstarteten, waren der möglichst regionale Bezug der Rohstoffe gesetzt, wie auch Bio. Die Biere sollten nicht „nur“ schmackhaft, sondern auch rein sein. Mögliche Rückstände von Glyphosat werden so beispielsweise verhindert, da das chemische Unkrautvernichtungsmittel im ökologischen Anbau gar nicht zum Einsatz kommt.

Bio sei aber mehr als ein Hygienefaktor, betonen die Brauer unisono. Vielmehr sei es ein Qualitätsmerkmal und alleine schon aus ethischen Gründen die richtige Entscheidung. Doch gerade bei Bio-Hopfen ist der Einkauf mitunter kompliziert, wie am Beispiel Comet zu sehen ist.

Nach 20 Litern ist es „esakliert“

Gärtner, Mauler und Kiel sind Quereinsteiger, die ihre Leidenschaft für gutes Bier verbindet. Mit einem 20-Liter-Einkochautomat in Gärtners Garage nahm das Schicksal 2017 seinen Lauf. „Unser Ziel war es nicht, wild verschiedene Rezepte auszuprobieren, sondern ein bestimmtes weiter zu verfeinern und schließlich auch zu beherrschen“, sagt Gärtner. Ausgesucht haben sich die drei Männer dafür ein hopfenbetontes India Pale Ale. Über den ersten Sud freute sich allerdings nur der Abfluss, denn mit Genuss trinkbar war das Bier nicht. „Uns war klar: Wenn wir jetzt aufhören, verlieren wir die Lust am Brauen. Und ab einem gewissen Punkt war der Zug nicht mehr aufzuhalten“, so Gärtner. Mauler ergänzt: „Familie und Freunde haben uns ermutigt, mehr aus unseren Produkten zu machen. Dieser Zuspruch hat alles ins Rollen gebracht.“

Recht schnell schafften sich die Hobbybrauer kleine Gärtanks an, um vom „Lotteriespiel in Sachen Kohlensäure“ bei der Flaschengärung Abschied zu nehmen. Hinzu kamen Pumpe und Wärmetauscher, also alles, was eine professionelle Brauerei auch einsetzt, nur noch eine Spur kleiner. Da das Bauamt letztendlich einen Strich durch die Rechnung machte, in Gärtners Garage eine 100-Liter-Anlage in Betrieb nehmen zu können, landeten die Hunfelter am heutigen Standort mit ihrer 500-Liter-Anlage. Hier entstehen neben den eigenen Getränken auch das Honigbier für die Bio-Imkerei Sven Teichmann und das Red Ale für BRAUmit, dem Brau- und Kulturverein Schotten – natürlich alles bio. Die Hunfelter können jährlich bis zu 30.000 Liter Bio-Bier brauen, für 2026 peilen sie etwa 25.000 Liter an. Geht alles nach Plan, stoßen zusätzlich bis zu 4.000 Liter Bio-Limonade hinzu.

2 Kommentare zu “Hunfelt Braeu kann nun auch Bio-Limonade

  1. Toll, dass es Neuzugänge wie diesen für die Bio-Bier-Karte gibt! Ist immer wieder praktisch, um zu schauen, ob in der Nähe von Zuhause oder Urlaubsort interessante Brauereien gibt.

    https://www.ueber-bio.de/bio-bier-aus-deutschland/

    Und sehr spannend zu lesen, wie diese neue Brauerei entstanden ist!

  2. Elvira Mauler

    Da merkt man, dass Herzblut und Liebe zum guten Geschmack dahinter steckt. Die Limonaden sind richtig edel im Geschmack (trinke es regelmäßig). Das muss unbedingt unterstützt werden.

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