Beim unterfränkischen Streck-Bräu ist Bio Geschichte, Ende Januar wurde der letzte Bio-Sud gebraut, um die ökologischen Rohstoffe Malz und Hopfen aufzubrauchen. Seitdem ist die Brauerei wieder komplett auf konventionell umgeschwenkt. Die Gründe sind vielfältig, aber einer sticht besonders hervor.

Screenshot: Jens Brehl – CC BY-NC-SA 4.0
In erster Linie seien gestiegene Rohstoffpreise für die Abkehr von Bio bei Streck-Bräu verantwortlich. „Wir bewegen uns auch mit den konventionellen Bieren ganz bewusst nicht im Niedrigpreissegment. Die gestiegenen Kosten hätten wir bei den Bio-Bieren nicht an die Verbraucher weiterreichen können“, sagt Betriebsleiter Tim Metzger. Von den ökologischen Rohstoffen war das Malz als erstes ausgegangen, in den konventionellen Bieren landete teilweise noch Bio-Hopfen. „Es gab keinerlei Beschwerden, dass unser Bier nicht mehr bio ist – was uns bestärkt den richtigen Weg eingeschlagen zu haben.“ Der Großteil des Sortiments war konventionell, 2019 stieß mit Bio-Helles das erste ökologische Bier hinzu, es folgte die Sorte Zwickel. Eine Rückkehr zu Bio ist bei Streck-Bräu derzeit sehr unwahrscheinlich.
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Neuanfang für Streck-Bräu, weiter geht es ohne Bio
Im Sommer 2023 stand die Brauerei vor dem Aus und sollte im September die Produktion einstellen. „Das Wunder von Ostheim“ kam in Form der überraschenden Übernahme durch Die Biermacher. Das Unternehmen hatte bereits 2020 die konventionelle Pfungstädter Brauerei gerettet. „Ich bin ein großer Freund von Bio, aber beim Bier ist das schwer zu vermarkten“, erklärt Ralf Schuchmann, Geschäftsführer Die Biermacher. Das Reinheitsgebot entpuppt sich immer wieder als „Konkurrent“, da ein Großteil der Kundschaft damit natürliche Produkte verknüpft – obwohl anders als in der ökologischen Landwirtschaft beispielsweise die Braugerste auf dem Acker mit Pestiziden behandelt wird. Dennoch: „Der Schritt beim Bier auf Bio zu setzen ist für viele Verbraucher nicht ersichtlich genug.“
Derweil ist man in Ostheim vor der Rhön seit der Übernahme fleißig dabei, den Investitionsstau aufzulösen. So sind die Dächer saniert, ein neuer Lagerkeller sowie ein zweiter Gärkeller sind entstanden und die neue Lager- und Logistikhalle soll noch in diesem Monat betriebsbereit sein. Kurz gesagt, bringt sich Streck-Bräu – auch bekannt als Strecks Brauhaus – technisch auf einen zeitgemäßen Stand. „Die ursprünglichen Rezepturen sind unverändert und bleiben es auch“, betont Metzger. „Wir setzen weiterhin auf offene Gärung und werden keine weitere Filtrations- oder Wärmebehandlung einführen, um ein noch längeres Mindesthaltbarkeitsdatum bieten zu können.“ Denn unter dem Strich sei Geschmack entscheidend.
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