Seit 30. Oktober ist es amtlich: Das im September 2019 gegründete Ladengeschäft für unverpackte (Bio-)Lebensmittel und Naturkosmetik hat sich in den gemeinnützigen Verein Unverpackt Fulda gewandelt. Damit einher gehen neuen Aufgaben für das gesellschaftliche Gemeinwohl, die Zukunft des Ladens ist gesicherter.

Bild: Walter Rammler
„Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht, denn zum 31. Dezember steht unser Umzug von Luckenberg 1 in Hausnummer 5 an“, sagt zweiter Vorsitzender Steffen Pichl. Stichwort: bezahlbare Gewerbeflächen in Fuldas Innenstadt für Kleinunternehmen und Vereine. Dennoch freut er sich über die gestellten Weichen.
Gemeinwohl vor Gewerbe
Die Gewinne des Unverpacktladens verbleiben im Verein und werden ausschließlich gemeinnützigen Zwecken zugeführt. Als vielfältiges Aufgabenspektrum wurde mit großem Enthusiasmus ausgewählt die Förderung von
- Wissenschaft und Forschung
- Volksbildung
- Naturschutz und der Landschaftspflege im Sinne des Bundesnaturschutzgesetzes und der Naturschutzgesetze der Länder, des Umweltschutzes, einschließlich des Klimaschutzes
- Tierschutz
- Verbraucherberatung und Verbraucherschutz
- bürgerschaftlichem Engagement zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger oder kirchlicher Zwecke
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Dies zu erfüllen wird sportlich. Ist der Umzug vollbracht und die Abläufe haben sich im Ladengeschäft wieder eingespielt, werden kommendes Jahr erste Vorhaben angeschoben. Im Bereich Wissenschaft und Forschung möchte man Gespräche mit der Hochschule Fulda führen. Natur- und Klimaschutz bilde das Sortiment ab, welches jedoch in puncto ökologischer Nachhaltigkeit noch tiefer gehend beleuchtet wird: Ist es besser, regionalen Käse mit kurzen Transportwegen anzubieten, auch wenn er in Folie eingeschweißt ist? Müssen alle Getränkeflaschen Mehrweg sein? „Samstags könnten wieder regelmäßige Verköstigungen stattfinden, eventuell ist dann auch der Erzeuger dabei“, so Pichl. Doch es soll dann nicht „nur“ um einzelne Produkte gehen, sondern auch um Themen wie dem ökologischen Fußabdruck im Allgemeinen.
In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten, in denen landauf, landab Unverpacktläden schließen, ist mit dem Verein ein voraussichtlich tragfähiges Konzept gefunden. Die Idee dazu erblickte bereits diesen März das Licht der Welt. Eine Vollzeitstelle ließ sich aus den Umsätzen nie finanzieren, nun ist im Sinne des Vereinszwecks der rechtssichere Weg frei, dass ehrenamtliche Helfer Aufgaben wie das Bestellen und Abholen von Waren übernehmen. „Der Aufwand das zu koordinieren ist natürlich gestiegen“, so Pichl. Bereits am 12. Juli wurde der Verein mit 17 Gründungsmitgliedern aus der Taufe gehoben, die Eintragung ins Vereinsregister erfolgte Ende Oktober. Gewählt wurden: Erster Vorsitzender Jörg Oelmann, Zweiter Vorsitzender Steffen Pichl, Kassierer Julius Rammler, Schriftführerin Mechthild Jordan, Beisitzerin Anita Oelmann.
Mitglied kann jede natürliche und juristische Person werden, über die Aufnahme entscheidet der Vorstand. Die Satzung schiebt einen wichtigen Riegel vor: „Personen mit rechtsextremen, sexistischen und sonstigen menschenverachtenden Ansichten ist die Mitgliedschaft untersagt.“ Mitgliedsbeiträge sind neben den Ladenumsätzen und freien Spenden ein wichtiges finanzielles Standbein. Ab zwei Euro im Monat geht es los, für einen monatlichen Beitrag von fünf Euro gibt es zu jedem Einkauf fünf Prozent Rabatt, bei 20 Euro 20 Prozent.
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