„Einen Broiler in die Frischetheke zu legen funktioniert nicht“

Angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine hat sich Bio-Futter extrem verteuert, teils sind Bio-Eiweißfuttermittel knapp und entsprechend wertvoll. Seit 1. Januar 2022 ist die Aufzucht der Bruderhähne der Hochleistungs-Legerassen bei allen Anbauverbänden mit Ausnahme von Biopark Pflicht, auch auf vielen nach EU-Bio zertifizierten Betrieben wachsen sie auf. Mag es ethisch richtig sein, wirtschaftlich und ökologisch ist die Praxis seit Kriegsbeginn noch fragwürdiger geworden: Die Hähne benötigen vergleichsweise zu viel Futter und liefern am Ende zu wenig Fleisch. Daher sollen sich in der ökologischen Landwirtschaft Zweinutzungsrassen mit einer ausgewogenen Eier- und Mastleistung so schnell wie möglich etablieren. Allerdings stockt das Vorhaben, da sich das Fleisch vom Zweinutzungshahn derzeit nur schwer vermarkten lässt. Woran das hapert weiß Wertschöpfungsketten-Managerin Anja Ettner vom Anbauverband Biokreis.